Skip to main content

Editorial

Volker Glaser,
Chefredakteur

Die Vorstandswoche - 100 Ausgaben jung

Die Produktion von Jubiläumsausgaben ist meist eine Gratwanderung zwischen dem Besuch des "Jahrmarktes der Eitelkeiten" und dem Eintritt in die "Hall of Fame" oder "Hall of Shame" der eigenen Empfehlungen. Im Rückblick erscheinen Erfolge oft als logische Publikationsentscheidungen. Hingegen entstammen die Misserfolge oft dem Mist anderer, auf welchen man getreten ist und sich ob es Gestankes verwundert die Augen reibt,. Doch nicht so bei der Vorstandwoche. Wir arbeiten und denken anders. Wir stehen zu unserer Publikation, die heute in der 100. Ausgabe erscheint. Exklusiv für Sie wird die Vorstandswoche aus dem kleinen Verlagshaus NWN Nebenwerte Nachrichten AG produziert. Und bei jeder Produktion werden auch Fehler gemacht, kleine wie große. Die größten und ärgerlichsten Fehler finden Sie in unserer aktuellen Ausgabe in der Hall of Fame and Shame, wo wir schonungslos unsere 6 Tops und Flops zeigen.

Es ist unser täglicher Ansporn, Sie sicher und erfolgreich durch den Börsen-Dschungel zu führen. Der Kapitalmarkt ist durch viele regulatorische Eingriffe, die wir in weiten Teilen für absurd halten, schneller geworden. Es gibt mehr Informationen, die zu verarbeiten sind, die Kursausschläge in beide Richtungen sind intensiver geworden. Unser Ansatz, direkt den Entscheidungsträger auf den Zahn zu fühlen und auch unangenehme Wahrheiten auszusprechen, hat sich gelohnt. Wir werden dafür nicht geliebt und wollen es auch nicht sein, denn Liebe hat am Kapitalmarkt nichts verloren. Dieser  ist eine rein ökonomische Veranstaltung, bei der es um's Geld geht. Das sollten sich die Akteure immer wieder vor Augen führen. Unabhängig von Amt und Person äußern wir uns auch zu Personen, wenn diese für das Primärziel – die Rendite – eine Gefahr darstellen. Damit wir keine Gefahr für Sie verehrte Leser darstellen, bin ich als Chefredakteur der Vorstandswoche oft auf Reisen, um für Sie mit Abstand vom Tagesgeschäft die besten Storys zu finden.

Bleiben Sie uns weiterhin gewogen.

Musterdepot 2017: Plus 27 %!

Seit Sommer 2015 plus 82 %

Unser Musterdepot entwickelt sich weiter sehr positiv. Trotz der aktuellen Seitwärtsbewegung in den wichtigsten Indizes, klettert unser Musterdepot auf neue Rekordwerte. Aktuell beträgt das Kursplus seit Jahresanfang fast 27 %. Das ist eine starke Performance. Seit unserem Start Mitte Juli 2015 liegen wir nunmehr mit über 82 % vorne. Mit unseren Werten im Musterdepot sind wir weitgehend zufrieden. Washtec konsolidiert auf einem hohen Niveau und zu Stratec lesen Sie Details auf Seite 2 in der aktuellen Ausgabe. Über ISRA haben wir vor kurzem ausführlich berichtet. Eckert & Ziegler hat sich jüngst sensationell entwickelt und dürfte nun eine Verschnaufpause einnehmen. Einzig die Kursentwicklung bei ADVA missfällt uns etwas. In knapp 4 Wochen wird das Unternehmen Zahlen für Q2 veröffentlichen. Im Vorfeld dieser Veröffentlichung könnte die Aktie wieder besser laufen.

Unser Neukauf Allgeier entwickelt sich stark. Das Papier scheint die Marke von 20 Euro geknackt zu haben. Alles andere als glücklich sind wir jedoch mit der jüngsten Kapitalerhöhung der Gesellschaft. Am 20. Juni 2017 um 17.46 Uhr meldete Allgeier in einer Ad-hoc-Mitteilung, dass die Kapitalerhöhung um bis zu 10 % des Grundkapitals platziert werden soll. Am nächsten Morgen wurde der Vollzug der Kapitalerhöhung verkündet. Die neuen Aktien wurden zu 18.10 Euro an Investoren platziert. Vorstand, Aufsichtsrat sowie Mitarbeiter der Gesellschaft haben an dieser Kapitalerhöhung ebenfalls teilgenommen. Unserer Meinung nach hätte der Vorstand die Kapitalerhöhung locker zu 18.50 oder auch 19.00 Euro platzieren können. Allgeier-CEO Carl Georg Dürschmidt hat dadurch bis zu 1 Mio. Euro verschenkt. Was uns ganz und gar nicht gefallen hat, ist die Tatsache, dass die Aktie in den letzten Tagen vor der Kapitalerhöhung fast immer kurz vor Ende des Xetra-Handels nach unten gedrückt und fleißig Aktien verkauft wurden, um den Kurs niedrig zu halten. Recht dreist passierte dies am 20. Juni, also kurz vor der Ad-hoc-Mitteilung, als es plötzlich massiv Aktien regnete und das Papier von gut 19.50 noch schnell auf 19.00 Euro massiv abverkauft wurde. Nicht gut! Das rückt Allgeier und die Baader Bank, welche diese Emission begleitet hat, in kein schönes Licht. Insgesamt hat Allgeier in Sachen guter Corporate Governance ohnehin sehr viel Optimierungspotenzial. Wir hoffen, dass Allgeier nun eine solide Investor Relations- Arbeit leistet, Strukturen optimiert und Kosten senkt. Dann hat das Papier massives Kurspotenzial.

Abonnieren Sie die Vorstandswoche noch heute, um von der Performance in unserem Musterdepot in diesem Jahr ebenfalls zu profitieren.