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Editorial

Volker Glaser,
Chefredakteur

Kirmestruppe Oxfam und ihre News

Das 2019er Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos ist vorüber. Und zudem auch nicht mehr das, was es mal war. Ergeht es Davos etwa wie unserer Cebit-Messe - wegen des „großen Erfolges“ und der sich verändernden Zeiten einfach abgeschafft? Wir werden es sehen und freuen uns schon jetzt auf den Wegfall dieser protzigen und irgendwie gestrigen Veranstaltung und dem damit verbundenen konkreten Beitrag der Politikerkaste zum Klimaschutz. In diesem Jahr gab es aus Davos wenig Berichtenswertes, die Medienkollegen waren auffallend zurückhaltend und die ganz großen Namen glänzten durch Abwesenheit. So fiel einiges an Rampenlicht auf eine 16-jährige, schulschwänzende, selbsternannte Klimaaktivistin aus Schweden. Klar, für den Klimaschutz ist die Schulpflicht nachrangig. Was sind das für Zeiten?

Nun, wenn es nach der Nichtregierungsorganisation Oxfam geht, eine Art statistisch angehauchte Kümmereinheit der Gutmenschenfraktion, dann leben wir in schlimmen Zeiten. So ist im alljährlich, pünktlich zu Davos durch Oxfam verbreiteten Wohlstandsreport zu lesen, dass auch 2018 die Welt voller Ungerechtigkeit ist und die Zahl der Milliardäre schneller wächst als die Zahl der Allerärmsten abnimmt. Was diese Herren alles so wissen erstaunt, denn woher diese Zahlen für 2018 rund 24 Tage nach dem Jahresultimo herkommen, verrät Oxfam nicht. Wenn Sie also statistische Taschenspielertricks in Reinkultur lesen und verstehen wollen wie Einheiten à la Oxfam ticken, dann empfehle ich diese Publikation zur genauen Lektüre. Nach selbiger sollte der Kamin befüllt werden, damit das Pamphlet in seinem Lebenszyklus wenigstens einmal einen kurzen Mehrwert hat.

Musterdepot 2018: Plus 18 %

Unser Musterdepot hat in der vergangenen Woche ein neues Rekordhoch geknackt. Seit Jahresanfang beträgt das Kursplus nun starke 19 %. Unser Jahresziel von rund 20 % liegt in greifbarer Nähe. In einem äußerst herausfordernden Umfeld ist die Entwicklung in diesem Jahr sensationell. Der DAX liegt seit Jahresanfang deutlich im Minus. Lediglich der TecDAX läuft in diesem Jahr prächtig. Allerdings hat der Technologieindex die stramme Entwicklung vor allem der Aktie von Wirecard zu verdanken, die den Index massiv nach oben treibt. Am vergangenen Freitag präsentierte ISRA-CEO Enis Ersü wie gewohnt ein sehr solides Zahlenwerk. Die Aktie verteuerte sich um rund 10 % und markierte mit Kursen von gut 60 Euro ein neues Rekordhoch. Nach 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2017/2018 expandierte der Umsatz um 10 % auf gut 103 Mio. Euro. Der Gewinn vor Steuern schnellte um 13 % auf über 20 Mio. Euro nach oben. Das entspricht einer EBT-Marge von 20 %. Der Auftragsbestand signalisiert, dass das Wachstum ungebrochen ist, er erhöhte sich zum Stichtag von 83 auf 90 Mio. Euro. Ersü bekräftigte in einer Telefonkonferenz die Ziele für das Gesamtjahr. Der Umsatz soll – bei EBT-Margen von ca. 20 % – zweistellig wachsen. Mittelfristig soll der Umsatz die Marke von 200 Mio. Euro erreichen. Die ISRA-Aktie ist zweifelsfrei alles andere als ein Schnäppchen. Wir halten an unserer Restposition dennoch fest. Investoren lieben waschechte, hoch profitable Wachstumsunternehmen und bezahlen dafür offenbar auch entsprechend hohe Preise. Kommt wieder richtiges Momentum in die Aktie, kann die Rally kräftig weitergehen.

Wir haben nunmehr unseren Barbestand nochmals ausgebaut. Aktuell liegen wir bei einer Liquidität von rund 50 %. Damit fühlen wir uns sehr wohl. Der September ist historisch betrachtet ein relativ gefährlicher Monat. Wir sind allerdings handlungsbereit, wenn sich deutliche Chancen ergeben. Aktuell ist uns aber das gesamte Umfeld zu riskant. Geduld ist an der Börse eine sehr wichtige Tugend. Unsere nachgekauften Consus-Aktien in Höhe von 1 287 Anteilen wurden zu 8.80 Euro verkauft. Den ursprünglichen Bestand wollen wir erst einmal behalten. Ebenfalls verkauft wurden alle Anteile der Fabasoft AG. Unser reduziertes Verkaufslimit von 13.60 Euro hat gegriffen. Die Q1 Zahlen haben uns nicht wirklich überzeugt, bei einem Börsenwert von über 150 Mio. Euro, müssen die Zahlen stärker sein. Mindbreeze entwickelt sich toll; das Kerngeschäft ist uns zu lahm. Die Aktie bleibt aber auf unserer Watchlist.