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Editorial

Volker Glaser,
Chefredakteur

Der lange Atem von „Uncle Sam“

Seit Donald Trump ist die US-Politik spannender und unberechenbarer geworden. Was geblieben ist, sind das Sendungs- und Machtbewusstsein in Washington. Das durfte nun auch ein recht vermögender Russe namens Viktor Vekselberg, domiliziert in der Schweiz, und einer der pekuniär schwerst beladendsten Russen spüren. Da Vekselberg von den Amerikanern auf eine Sanktionsliste gesetzt wurde, hatten alle Banken, die mit ihm Geschäfte machen, bis zum 6. Juni Zeit, diese Verbindungen zu kappen. Ohne Wenn und Aber – wenn man denn als Bank weiterhin in den USA Geschäfte machen möchte. Klar, dass Banken vom heutigen Schlage, also ohne Eigenschaften wie Ehre, Kundentreue, Standhaftigkeit und klare Strategie, hier gesprungen sind wie der Hund, wenn der Herr mit der Wurst wackelt. Wie ich höre, haben annähernd 80 Banken in der Schweiz eine Geschäftsverbindung mit Vekselberg abgelehnt, Großbanken inklusive. Wenn man bedenkt, was all die Banken und Berater an Vekselberg in den letzten Dekaden verdient haben, weiß man, wie zum einen die Schweiz als Finanzplatz tickt und zum anderen was heute der Umsatz von gestern noch wert ist. Und so hat der Russe fast 1 Mrd. Euro an Krediten zurückbezahlt, in der Hoffnung seine als Darlehenssicherheit hinterlegten Aktien von Sulzer, Schmolz + Bickenbach sowie Oerlikon wieder frei zu bekommen.

Die Banken heutiger Prägung sind genau der Regenschirm, der in Regenzeiten schlicht nicht verfügbar ist, und das sollte sich jeder Anleger, der beseelt von der 10jährigen Hausse am Aktienmarkt Wertpapierkredit innehat, bedenken. Wie an einem Finanzschwergewicht wie Vekselberg – dessen Vermögen auf mehr als 10 Mrd. Euro geschätzt wird – zu sehen ist, sind die Banken nicht zimperlich und dürften in kleineren Fällen noch viel brutaler vorgehen. Für die vorgenannten Aktien ist damit ein Damoklesschwert vom Kurs genommen - wir danken Uncle Sam oder sollen wir uns eher vor ihm fürchten?

Musterdepot 2018: Plus 8 %

Seit Sommer 2015 plus 92 %

Bald ist Halbzeit, liebe Freunde der Vorstandswoche! Der DAX war in den ersten 6 Monaten des Jahres volatil und notiert seit Jahresanfang leicht im Minus.

Unser Musterdepot hat sich zuletzt ganz erfreulich entwickelt. Aktuell beläuft sich unser Kursplus auf 8 %. Das ist nicht schlecht, aber natürlich auch kein Grund für große Jubelschreie. Seit dem Start des Vorstandswoche Musterdepots am 15. Juli 2015 beläuft sich das Kursplus auf 92 %. Den „Verdoppler“ wollen wir nun zeitnah erreichen.

Als Fazit ist festzustellen, dass die 1. Halbzeit 2018 an der Börse nicht gerade einfach war. Obwohl die Performance des DAX ausgeglichen ist, war die Volatilität in den ersten 6 Monaten durchaus hoch. Es hätte für den DAX auch noch schlimmer kommen können. Die Themen, welche Investoren beschäftigen, sind sehr vielfältig. Vor allem die politische Nachrichtenlage dominiert die Börse. Nehmen Sie nur die zahlreichen Brandherde in Ländern wie Syrien, Iran, Israel, Russland und der Türkei. US-Präsident Donald Trump sorgt zudem immer wieder für Kursbewegungen an den Märkten. Vor allem der Handelsstreit mit China, Mexiko und Kanada sowie Europa schreckt Anleger ab. Nicht zu vergessen: Italien. Die Italiener spielen zwar nicht bei der Fußballweltmeisterschaft in Russland mit, beschäftigen aber dennoch die Gemüter aufgrund ihrer Regierungskrise, was wiederum Diskussionen um den Euro und die Europäische Union anheizt. Wenn sie schon nicht bei der WM mitspielen, wollten unsere Freunde aus Italien wenigstens einen Schuldenerlass aushandeln. Die Finanzkrise 2.0 lässt grüßen. Es wird auch in der 2. Halbzeit 2018 an den Börsen sehr spannend bleiben. Wir feiern 2019 das Jahr 10 einer weit ausgeprägten Hausse, die sicherlich nicht am Anfang steht. Wie lange wird die Party noch gehen? Unbekannt – das kann unserer Meinung nach niemand beurteilen.

Abonnieren Sie die Vorstandswoche noch heute, um von der Performance in unserem Musterdepot in diesem Jahr ebenfalls zu profitieren.